Nie mehr verlorene Mails oder SMsen Danke BMI

Endlich ist sie da — die vieldiskutierte und angezweifelte Vorratsdatenspeicherung tritt in einer knappen Stunde in Kraft.
Aber keine Angst es gab mit Sicherheit bei allen Zugangsprovidern und Mobilfunkbetreibern entsprechende Vorlaufzeiten, womit mit ziemlicher Sicherheit wir bereits alle seit Tagen im Vorhinein kriminalisiert werden.

bordeauxbrief adeLang hat es gedauert, damit wir in „zivilisierten“ „demokratischen“ Landen endlich ein Briefgeheimnis hatten. Jahrhunderte mit Kriegen und Revolutionen, aber das Briefgeheimnis hat recht lang gehalten.

Leider hat es sich nicht bewährt. Seinen Bürgern Privatsphäre zuzubilligen machte es im Laufe der Zeit immer schwieriger sie zu überwachen und unter Kontrolle zu halten, weshalb jetzt mehr oder weniger der Staat mit dem Blödsinn aufräumt.
geschichte d franzoesischen revolutionManche Bürgerinnen und Bürger dachten ja schon sie hätten wirklich ein Recht auf Privatsphäre und Mitbestimmung oder zumindest Mitgestaltung und könnten sich zu jeder Zeit darauf verlassen.
Aber damit ist endgültig Schluss. Stückweise werden die Bewohnerinnen und Bewohner Österreichs ihrer Grundrechte beraubt.
Endlich darf jeder Beamte der auf eine(n) seiner Mitbürgerinnen oder Mitbürger (=Untergebenen / Krimminellen) sauer ist, dessen Daten ausgraben und kann sie in der Folge problemlos gegen ihn verwenden, denn er ist der Staat.
Edit 1: In Polen haben die Behörden im vergangenen Jahr über 1,8 Millionen mal auf Verbindungsdaten zugegriffen. Sowas kann und wird in Österreich natürlich nie passieren, denn jeder Zugriff auf diese Daten wird genauestens protokolliert.

Wenn man gegenüber stellt, wie vertrauenswürdig und integer österreichische Politiker sind, ist klar was passiert: „Wer zahlt hat Zugriff“ und „Wer mehr zahlt darf auch mehr sehen“. Vielleicht wird so unser Haushalt wieder konsolidiert.

Edit 2: Auf die Daten wird nur zugegriffen, wenn Erkenntnisse aus anderen Quellen eine Straftat vermuten lassen.
Deshalb steigen die Zugriffe in Polen auf die Daten aus der Vorratsdatenspeicherung jährlich um ca. 40%.
Entweder explodiert in Polen die Kriminalität, oder– der Zugriff auf diese Daten wird mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit.

Deshalb ist es in Zukunft nicht mehr ratsam, sich über eine Behandlung durch eine Beamtin oder einen Beamten zu beschweren, denn ein islamischer Terrorist ist gleich mal erfunden und dann natürlich auch eindeutig bewiesen, anhand des nicht vorhandenen Schweinefleisches im Kühlschrank und des fehlenden Alkohols in der Wohnung. Denn kein gelernter Österreicher, der nix zu verbergen hat hat weder Schweinsschnitzel noch Bier und Wein im Haus. Nur Islamisten verzichten auf diese Grundnahrungsmittel.
Weiteres Beispiel: Sie sitzen im Stammcafe und telefonieren mit der Freundin, während auf der anderen Strassenseite Grad eine kleine Demo von Occupy Wall Street stattfindet und plötzlich jemand einen Müllcontainer anzündet. Bereits am Abend sind sie in Uhaft, da Gefahr im Verzug gilt und ausserdem sind sie wahrscheinlich Mitglied einer kriminellen Vereinigung. Dann zieht noch zusätzlich der „Mafia Paragraph“ Nach 3 Jahren werden sie vielleicht freigesprochen, sind finanziell und beruflich runiert, und niemals rehabilitiert, während die involvierten BeamtInnen von Exekutive und Justiz befördert wurden. Ach ja Frau und Kind sind auch weg, weil sie Dummerchen ja mit der Freundin telefoniert haben.
Also schreibts gscheiter einen romantischen Liebesbrief AUF PAPIER!
Quod erat demonstrandum. Irgendwie passt hier aber auch: Quod licet Iovi, non licet bovi.

my home is my castle gwesnLaut inoffiziellen Quellen arbeitet unser BMI bereits daran, jeden Bürger und jede Bürgerin dazu zu verpflichten, einen Zweitschlüssel zu seiner Wohnung / Haus / Ferienhütte beim nächsten Polzeirevier verpflichtend zu hinterlegen, damit sich die Behörden jederzeit Zutritt verschaffen können, ohne weitere Behörden oder Richter zu behelligen und vor allem ohne dass der so „Betretene“ was davon merkt. Der soll ja von seinen Verfehlungen erst erfahren, wenn alle Beweise stichhaltig fabriziert sind und die Legende dahinter felsenfest steht.

Die Vorteile der Vorratsdatenspeicherung dürfen wir aber nicht vergessen. Man hat so wenigstens ein ständiges Backup seiner Korrespodenz in der „Cloud“, sofern man auf althergebrachte analoge Kommunikation wie Sprache, Brief, u.ä. weitestgehend verzichtet.

Ja Ja da wird dann wieder argumentiert, nur der Zeitpunkt und Sende und Empfängeradresse der Mail und der SMS werden gespeichert, aber nicht der Inhalt. Wers glaubt–

Da in den Anfangsphasen vielleicht noch kleine technische Probleme auftreten, empfehlen wir, alle Mails in cc an: ministerbuero@bmi.gv.at oder an staatssekretaer@bmi.gv.at zu schicken, damit man verlässlich ein Backup im Ministerium hat, bis die Anfangsprobleme behoben sind.

All den Bürgerinnen und Bürgern, die auf ihrer Privatspäre beharren wollen (=Kriminelle) ist die Verwendung einer VPN Verbindung anzuraten, denn da wird dann wirklich nur diese eine Verbindung geloggt, der Rest ist verschlüsselt und für die Behörden nicht einsehbar. Beim Handy hilft wohl nur ausschalten und um ganz sicher zu gehen den Akku rausnehmen.

Abschliessend sei noch erwähnt: Die Bürgerinnen und Bürger (=Kriminelle), die nicht lange warten, sondern möglichst rasch auf die Blacklist der Behörden gelangen wollen, schreiben einen passenden oder auch unpassenden Blogbeitrag, kommentieren solche ohne eine VPN Verbindung zu haben, oder machen bei der entsprechenden Verfassungsklage mit.
Bella gerant alii, tu, felix Austria, speculare! – Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, spioniere!
(Fehler im Zitat sind wurscht, da Latein schon immer meine Ferse des Achilleus war, der sowieso nur Altgriechisch sprach )

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