Paypal und die Politik

Also unser Hubert ist ja in seinem tiefsten Inneren ein sehr bequemer Mensch, um nicht zu sagen stinkfaul.
Manchmal sogar zu faul um das Haus zu verlassen. Deshalb liebt Hubert auch das Einkaufen im Internet.
Es ist einfach soo praktisch und zeitsparend und einfach und überhaupt.

Und als echter pizzaessender, kaffeetrinkender Nerd ist es auch nur natürlich, selbst kleine Sachen wie Pizza und Co. übers Internet zu ordern.

Der Onlinebezahldienst Paypal (=peipoh:l) vereinfacht das Ganze nochmals ein bisschen. Man kann damit kaufen und Geld überweisen, oder auch empfangen mit relativ wenig Risiko; zumindest solange bis man auch das Kleingedruckte in den Geschäftsbedingungen gelesen hat.

Leider hat Hubert über die letzten Monate hin, das Verhalten von Paypal gegenüber Kunden als sehr befremdlich bis hin zur Frechheit empfunden.
Angefangen hat es mit der leidigen Wikileaksgeschichte. Der vorauseilende Gehorsam der Ebaytochter als Erfüllungsgehilfe einer fehlgeleiteten us amerikanischen Kriegs – und Blockadepolitik, kombiniert mit einer durch die Politik geschürten ständigen Terrorangst liess einige Fragezeichen über Huberts Haupt kreisen.

Als nächstes kam die Weigerung von Paypal, Unterstützungsgelder für Bradley Manning, den vermeintlichen Wikileaksinformanten auszuzahlen. Diesem Mann droht in den USA die Todesstrafe, obwohl er auf Grund seiner Zivilcourage höchste Auszeichnungen verdient hätte, und in einem zivilisierten Staat wohl auch bekommen hätte.
Die Konten wurden zwar wieder freigegeben, aber erst nach massenhaften Protestschreiben.

Kuba ZigarrenUnd in den letzten Tagen dann noch die Aufforderung von Paypal an deutsche Shopbetreiber, kubanische Waren sofort aus dem Sortiment zu nehmen, da ansonst ein Verstoß gegen das US Embargo vorläge oder vorliege oder vorliegen täte oder doch vorliegt. ( Hubert glaubt die letzte Variante ist korrekt, deshalb werden die anderen jetzt durchgestrichen.)
Für den Fall, daß das nicht geschieht, droht Paypal mit Einfrierung der betreffenden Konten.

Die US Behörden sehen da wohl eine Möglichkeit, auch Bürger von unbeteiligten Drittstaaten in ihre Embargopolitik hineinzuziehen.

Hubert hat sich mal so im Internet nach Alternativen umgesehen, aber leider ist da weit und breit keine Firma, die ähnlich bequemes Bezahlen im Internet ermöglicht, zumindest nicht in der selben Verbreitung wie Paypal.
Hängen wir somit sofort am Gängelband der US Regierung, sobald es eine Geschäftsbeziehung mit einer US Firma gibt?
Nach derzeitigem Gesichtspunkt ja, denn die US Behörden haben offensichtlich weitreichende gesetzliche Möglichkeiten. Aber auch wenn sie die nicht haben, wer will sie daran hindern?
Die EU? Die schaffen es noch nicht mal im eigenen Haus Ordnung zu halten, und wenn dann eine Entscheidung fällt ist es meist viel zu spät.

Aber was hilfts: Hubert hat sein Paypalkonto trotzdem gelöscht. Schliesslich gabs auch Onlineshops vor Paypal Zeiten.

Letztendlich ist Paypal eine Firma, die ihr Geld mit Finanzdienstleistungen für ihre Kunden verdient und nicht, weil sie als Verlängerung der Teaparty agieren. Boston Tea Party
Es liegt an den Kunden, den Einfluß solcher Firmen zu beschränken, ganz einfach in dem man nicht mehr mit ihnen arbeitet.

Somit gibts hier von Hubert den Aufruf an alle: Löscht eure Paypalkonten. Damit meint Hubert aber nicht nur die Konsumenten. Auch die Shopbetreiber. Entfernt die Paypal Buttons und schließt die Konten. ( Damit tut ihr euch sogar einen Gefallen, denn die AGB von Paypal lassen euch im Streitfall ziemlich im Regen stehen )

Gottseidank biete ich nirgends Paypal als Zahlungsmethode an, denn das gibts auch noch in deren AGB:
  4.5 Keine abwertende Darstellung von PayPal als Zahlungsmethode: Wenn Sie PayPal als Zahlungsmethode anbieten, dürfen Sie PayPal gegenüber Ihren Kunden oder in anderen Veröffentlichungen nicht fehlerhaft darstellen oder in Misskredit bringen.

By the way.: Habt auch ein bisschen mehr Vertrauen in eure Kunden und ermöglicht auch Erstkäufern das Bezahlen nach Rechnungserhalt. Es gibt mit Sicherheit im Internet weniger Schadensfälle durch böswillige Käufer, denn durch deren Gegenstücke. [amazon-product small=“1″]3442157056[/amazon-product]

Ein Kommentar

  1. kleiner Nachtrag:
    Vor wenigen Tagen hat Paypal jetzt auch das Spendenkonto des Social Networks Diaspora eingefroren.
    Diaspora soll als Alternative zu Facebook aufgebaut werden, mit der Zielsetzung von mehr Transparenz und Quelloffenheit.

    Lässt sich hier Paypal schon wieder vor den Karren der jenigen spannen, die Transparenz, Offenheit und weniger Überwachung strikt ablehnen?

    Ich appelliere nochmals an jeden: Löscht eure Paypalaccounts, auch wenn es im ersten Moment ein bisserl unpraktisch ist.

    Genau deswegen funktioniert die Überwachung und der Generalverdacht, weil die die es in der Hand haben, die User, zu faul und zu bequem sind.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.